Kategorie: Musik

In memoriam: Doris Day



Am 13. Mai 2019 starb die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Doris Day im Alter von 97 Jahren. Am 3. April 1922 in Cincinnati geboren, trat sie zunächst als Sängerin verschiedener Big Bands auf. Ihren Durchbruch schaffte sie 1944 mit dem Nummer-eins-Hit „Sentimental Journey“. 1947 gelang ihr der Sprung nach Hollywood, wo sie in den 1950er und frühen 1960er Jahren in einer Reihe von Musicals und Musikfilmen zu sehen war. Im Laufe ihrer Karriere konnte Doris Day mehr als 50 Hits in den Charts platzieren, darunter so bekannte Songs wie „Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be)“ und „Fly me to the Moon“. Mehrfach arbeitete sie als Sängerin zusammen mit Frank Sinatra, Dinah Shore, Harry James und Frankie Lee.
 

Marke des Monats: Mai 2019


Rumänien 28.3.1985
 
Stanisław Moniuszko

Der polnische Komponist, Dirigent und Musikpädagoge Stanisław Moniuszko Herb Krzywda wurde am 5. Mai 1819 in Ubiel bei Minsk (heute Weißrussland) geboren. Er starb am 4. Juni 1872 in Warschau. Im Mai 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.
 
Moniuszkos Familie gehörte zum verarmten polnischen Landadel und lebte ab 1827 in Warschau. Ab 1937 studierte er für drei Jahre in Berlin und verdiente sich dann als Organist und Klavierlehrer in Vilnius seinen Lebensunterhalt.

1847 wurde an der Warschauer Staatoper die erste Fassung seiner Oper „Halka“ aufgeführt, die wegen ihrer scharfen Sozialkritik aber sofort nach der Uraufführung verboten wurde. Erst 11 Jahre später, am 1. Januar 1858 folgte die zweite Aufführung, die zu einem überwältigenden Erfolg wurde und als Geburtsstunde der polnischen Nationaloper gilt. Auf zwei Reisen durch Europa knüpfte Moniuszko Kontakte zu Liszt, Smetana, Gounod und Rossini. Nach seiner Rückkehr wurde ihm das Amt des Leiters der Warschauer Oper angeboten, das er bis an sein Lebensende ausübte.
Moniuszkos Schaffen umfasst neben 24 Opern und Operetten ungefähr 300 Lieder, die in ihrer Schlichtheit seine Volksnähe und seine Fähigkeit zur musikalischen Lyrik dokumentieren.

Polen 15.11.1972

Das Video zeigt das Orchester der staatlichen Musikschule in Żagań unter der Leitung von Ivan Moroz mit der Mazurka aus der Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko.

Marke des Monats: April 2019


USA 17.9.1994
 
Bessie Smith

Die amerikanische Blues-Sängerin Bessie Smith wurde am 15. April 1894 in Chattanooga, Tennessee geboren. Sie starb am 26. September 1937 in Clarksdale, Mississippi. Im April 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 125. Mal.
 
Nach dem frühen Tod ihrer Eltern schloss sie sich einem fahrenden Vaudeville-Theater an, wo sie als Sängerin und Tänzerin auftrat. Dort begegnete sie der Sängerin Ma Rainey, die sich ihrer annahm und ihr zu ersten festen Engagements verhalf. Nach Auftritten mit dem Charlie Johnson-Orchester im eleganten Tanzlokal „Paradise Gardens“ in Atlantic Citys machte Bessie Smith 1923 ihre ersten Plattenaufnahmen, unter anderem den Titel „Down Hearted Blues“, der sie schließlich berühmt machte.
Der Song war vier Wochen die Nummer 1 der Billboard-Charts; in sieben Monaten wurden 870.000 Exemplare verkauft. Mit ihrer leidenschaftlichen Stimme war Bessie Smith bis zum Ende der 1920er Jahre eine Attraktion in vielen Clubs, Music Halls und Radio-Shows. Dabei trat sie auch mit Louis Armstrong und anderen bekannten Musikern auf.
Bessie Smith, die „Kaiserin des Blues“, nahm mehr als 150 Schallplatten auf. 1980 wurde sie in die Blues Hall of Fame und 1984 in die National Women’s Hall of Fame aufgenommen.
 
 
Hören Sie Bessie Smith (Gesang) und Clarence Williams (Piano) mit ihrem ersten Hit „Down Hearted Blues“ von 1923.
 

Marke des Monats: März 2019


Russland 20.1.1994
Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow

Der russische Komponist Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow wurde am 18. März 1844 in Tichwin geboren. Er starb am 21. Juni 1908 auf Gut Ljubensk bei Luga/Sankt Petersburg. Im März 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 175. Mal.
 
Rimski-Korsakows musikalische Begabung wurde schon früh erkannt und gefördert. Sein Klavierlehrer machte ihn 1859 den Komponisten Balakirew und Cui bekannt, die ihn ermunterten, sein erstes Werk zu komponieren. Nach seinem Militärdienst beschäftigte sich Rimski-Korsakow vor allem mit russischer Volksmusik und alten russischen Überlieferungen, die er in seine Werke einfließen ließ.
1871 wurde er Professor für Instrumentation und Komposition am Sankt Petersburger Konservatorium und von 1874 bis 1881 war er Direktor der Freischule für Musik. Durch seine akademische Position wurde er zum einflussreichsten Vertreter des „Mächtigen Häufleins“. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Glasunow, Strawinski und Prokofjew und auch in den Orchesterwerken von Ravel, Debussy, Dukas und Respighi ist sein Einfluss spürbar.
Rimski-Korsakow komponierte 15 Opern, diverse Orchesterwerke, Chorwerke, Kammermusik, Klaviermusik und Lieder.
 

Das Video zeigt den Geiger David Garrett bei einer Probe des Orchesterstückes „Der Hummelflug“ aus der Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ von Nikolai Rimski-Korsakow, aufgenommen am 8. Mai 2016 in Saarbrücken.

Marke des Monats: Februar 2019


Nicaragua 22.1.1975
Giovanni Martinelli

Der italienische Tenor Giovanni Martinelli wurde am 22. Oktober 1885 in Montagnana geboren, er starb am 2. Februar 1969 in New York. Im Februar 2019 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal.
 
Martinelli lernte als Kind Klarinette, sang im Kirchenchor und diente später in einem Militärorchester. Der Orchesterleiter entdeckte seine Singstimme und veranlasste ein Gesangsstudium bei Giuseppe Mandolini. Am 2. Dezember 1910 gab Martinelli sein Debüt als Solist
in Rossinis „Stabat mater“ und wenige Wochen darauf in Verdis „Ernani“ am Teatro Dal Verme in Mailand. Arturo Toscanini und Giacomo Puccini besetzten ihn daraufhin als Dick Johnson für die europäische Premiere der Oper „La fanciulla del West“. Seine mehr als 50 Jahre dauernde Karriere führte Giovanni Martinelli unter anderem an die Opernhäuser von Neapel, Monte Carlo, London, Budapest und an die Mailänder Scala. Mehr als 30 Jahre wirkte er an der Metropolitan Opera in New York, wo er als Nachfolger von Enrico Caruso engagiert wurde und insgesamt mehr als 650 Auftritte verzeichnete. In Erinnerung blieb er besonders wegen seiner lyrisch-dramatischen Tenorrollen.
 
 
Das Video zeigt Giovanni Martinelli mit der Arie „Celeste Aida“. Die Aufnahme entstand 1929 auf der Bühne von „Hammerstein’s Opera House“ in Manhatten.

Marke des Monats: Januar 2019


Polen 28.5.2009
Grażyna Bacewicz

Die polnische Komponistin Grażyna Bacewicz wurde am 5. Februar 1909 in Łódź geboren. Sie starb am 17. Januar 1969 in Warschau. Im Januar 2019 jährt sich ihr Todestag zum 50. Mal.
 
Den ersten Musikunterricht in den Fächern Klavier, Violine und Komposition erhielt Grażyna Bacewicz von ihrem Vater. Ab 1928 studierte sie in Warschau Philosophie, Komposition, Violine und Klavier und setzte diese Studien Anfang der 1930er Jahre bei Nadia Boulanger und Carl Flesch in Paris fort. Nach dem Studium gab sie Konzerte in ganz Europa, unterrichtete am Konservatorium in Łódź und war 1936-1938 Konzertmeisterin im Orchester des Polnischen Rundfunks. Ab 1953 widmete sie sich der Komposition und unterrichtete an den Konservatorien in Łódź und in Warschau.
1935 hatte Grażyna Bacewicz selbst am Internationalen Wieniawski-Wettbewerb in Warschau teilgenommen, später war sie Jurorin bei zahlreichen internationalen Violinwettbewerben. Grażyna Bacewicz gilt als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der modernen polnischen Musik. Ihr kompositorisches Werk umfasst unter anderem eine Funkoper, drei Ballette, sechs Sinfonien, mehrere Orchesterwerke und Instrumentalkonzerte, Kammermusikwerke und Lieder.
 
 
Das Video zeigt Grażyna Bacewicz mit dem von ihr komponierten polnischen Tanz „Oberek“. Am Klavier wird sie begleitet von ihrem Bruder Kiejstut Bacewicz.

Marke des Monats: Dezember 2018


Deutschland 14.4.1988
Jim Morrison

Der US-amerikanische Sänger und Songwriter James Douglas „Jim“ Morrison wurde am 8. Dezember 1943 in Melbourne, Florida geboren. Er starb im Alter von 27 Jahren am 3. Juli 1971 in Paris an Herzversagen – die genauen Todesumstände wurden nicht aufgeklärt. Im Dezember 2018 wäre Jim Morrison 75 Jahre alt geworden.
 
Jim Morrison zählt zu den charismatischsten Persönlichkeiten der Rockmusik der späten 1960er Jahre und war eine der zentralen Symbolfiguren der Hippie-Kultur. Gemeinsam mit der Rockgruppe „The Doors“,
deren Frontman er war, erweiterte Morrison das Repertoire der Rockmusik um mehrschichtige Konzeptstücke und Formen des Rocktheaters. Er schrieb mehr als hundert Lieder mit einer großen Bandbreite musikalischer Stile: Blues, Rocksongs, Psychedelic Rock, Hard Rock, Balladen, Seemannslieder und A-cappella-Gesang. Musikalisch zitierte er dabei auch klassische Werke u.a. von Kurt Weill und Johann Sebastian Bach.
Obwohl Jim Morrison vor allem durch seine Songs bekannt wurde, darf man sein künstlerisches Gesamtwerk nicht auf die Musik beschränken. Er hinterließ über 1600 Manuskriptseiten, darunter Gedichte, Anekdoten, Essays, Erzählungen, Songtexte, szenische Texte und Drehbuchentwürfe.
 
 
Das Video ist eine Collage aus alten und neuen Aufnahmen: Die ehemaligen Bandmitglieder der Doors spielen den letzten mit Jim Morrison aufgenommenen Titel „Riders on the Storm“, synchronisiert mit der Songstimme von Jim Morrison.

Marke des Monats: November 2018

Salvatore Adamo

Der belgische Liedermacher, Chanson- und Schlagersänger Salvatore Adamo wurde am 1. November 1943 in Comiso auf Sizilien geboren. 2018 feiert er seinen 75. Geburtstag.
 
Adamo kam als Vierjähriger mit einer Gastarbeiterfamilie nach Belgien. Er sang im Kirchenchor und lernte Gitarre spielen. 1962 gewann er einen Musikwettbewerb in Frankreich und veröffentlichte in Belgien seine erste Schallplatte. Schon bald gehörte er auch in Frankreich und Deutschland zu den bekanntesten Schlagersängern.

Belgien 8.11.2008
Mehr als 30 seiner selbst geschriebenen Songs konnten sich in den 60er und 70er Jahren in den Hitparaden platzieren. Zahlreiche Tourneen führten ihn durch ganz Europa, Kanada und nach Südamerika. Seine Lieder sang er dabei in neun verschiedenen Sprachen. Im Laufe seiner mehr als 50-jährigen Bühnenkarriere machte sich Adamo nicht nur als Schlagerstar einen Namen, sondern schrieb auch zahlreiche ernste Chansons die er oft gemeinsam mit anderen bekannten Sängern zu Gehör brachte.
 
 
 
Das Video zeigt Salvatore Adamo im Duett mit der belgischen Sängerin Maurane (1960-2018). Das Chanson „Inch‘ Allah“ aus dem Jahr 1967 hat bis heute leider noch nichts von seiner Aktualität eingebüßt.
 
 
 
 
Inch‘ Allah – So Gott will
Ich sah die Schätze des Orient,
mit dem Mond im Banner
und wollte der Welt in einem Lied
von seinem Glanz singen.
Aber als ich Jerusalem sah,
wie eine rote Rose im Sand,
hörte ich ein leises Requiem,
als ich sie in der Hand hielt.
 
Eine Kapelle, ich versuchte ein Gebet,
doch da begann der Alptraum.
Sogar die Vögel fliegen auf vor Angst,
wenn sie die Gewehre hören.
 
Ich spürte den Hass, hörte die
Schreie auf beiden Seiten der Straße.
Herr der Liebe, hier wurdest Du
geboren, wegen Dir bin ich gekommen.
 
Inch‘ Allah! So Gott will! Inch‘ Allah!
Der Olivenbaum schreit in die
Finsternis; Geliebte, Freunde,
sie liegen unter Trümmern begraben,
gefangen im Feindesland.
 
Von einem Stacheldraht aus
beobachtet ein Schmetterling eine
Rose: „Die Menschen sind verrückt,
Sie töten mich, wenn hinüberfliege“.
 
Ihr Kinder von Ismaël und Israël
Warum versucht Ihr nicht einige
Schritte gemeinam, bevor Euer Land
zur Hölle wird ?
 
Inch‘ Allah! So Gott will! Inch‘ Allah!
Ist unser Leben eine Kreuzigung ?
Müssen wir all die Jahre leiden ?
Während wir für die Erlösung kämpfen
wird Blut mit Tränen weggewaschen.
 
Oh ja, ich sah Jerusalem
wie eine rote Rose im Sand.
Und ich höre dieses Requiem
Jedesmal wenn ich sie halte.
 
Ein Requiem für 6 Millionen Seelen
von Menschen in namenlosen Gräbern.
Im Himmel, ist Platz für sie alle! Blut
ist genug geflossen, Salam! Shalom!
 
Inch‘ Allah! So Gott will! Inch‘ Allah!

In memoriam: Charles Aznavour



Am 1. Oktober 2018 starb der armenisch-französische Chansonnier, Texter, Komponist und Filmschauspieler Charles Aznavour im Alter von 94 Jahren. Schon als Neunjähriger sang er im Restaurant seiner Eltern. 1946 wurde Edith Piaf auf ihn aufmerksam und nahm ihn mit auf eine Tournee. Mit seiner rauen Stimme hat sich Aznavour, der in mehreren Sprachen sang, ein Weltpublikum erobert. In seiner mehr als 70-jährigen Karriere hat er über 1300 Chansons komponiert, mehr als 180 Millionen Platten verkauft und in mehr als 60 Filmen mitgewirkt. Mit ihm starb einer der letzten großen Vertreter des klassischen Chansons.