Monat: Oktober 2022

In Memoriam: Jerry Lee Lewis

Am 28. Oktober 2022 starb der US-amerikanische Rock-’n’-Roll- und Country-Musiker Jerry Lee Lewis im Alter von 87 Jahren im DeSoto County, Mississippi.
 
Jerry Lee Lewis wurde am 29. September 1935 in Ferriday, Louisiana geboren. Im Alter von 21 Jahren zog er nach Memphis, Tennesse, wo er eine Anstellung als Pianist in einer Bar bekam. 1956 spielte er bei der Plattenfirma Sun Records vor, die bereits Rockabilly-Musiker wie Elvis Presley, Carl Perkins, Johnny Cash und Roy Orbison unter Vertrag hatte.
Im Dezember des gleichen Jahres wurde er für eine Session für Carl Perkins eingeladen, die später als „Million Dollar Quartet“ (Jerry Lee Lewis, Johnny Cash, Carl Perkins, Elvis Presley) in die Musikgeschichte einging.
Nach seinem ersten Hit „Whole Lotta Shakin’ Goin’ On“ (1957) folgten „Great Balls of Fire“ und „Breathless“. Immer legendärer wurden auch seine Bühnenauftritte: Er spielte mit Händen und Füßen auf dem Klavier, stieß den Hocker weg und tanzte um das Klavier oder zündete es sogar an.
1963 wechselte Lewis zur Plattenfirma Smash Records und widmete sich immer stärker der Country-Musik. Anfang der 1970er Jahre landete er auch in diesem Genre einige Hits wie „Me and Bobby McGee“ und „Chantilly Lace“.
Zwischen 1958 und 2014 veröffentlichte Jerry Lee Lewis 41 Alben. 1986 wurde er in die „Rock and Roll Hall of Fame“ und 2022 in die „Country Music Hall of Fame“ aufgenommen. 2005 wurde ihm der „Lifetime Achievement Award“ für sein Lebenswerk verliehen.
 
Das Video zeigt Jerry Lee Lewis mit dem Hit „Great Balls Of Fire!“ aus dem Jahr 1957.

Präsentation der Yehudi Menuhin Trophy 2022


Am 14. Oktober 2022 trafen sich Rorie Katz, Chef-Designerin der Postverwaltung der Vereinten Nationen (UNPA), Sergio Baradat, künstlerischer Leiter der UNPA, der berühmte Fotograf Bob Gruen und Jayson Kerr, Mitglied der Motivgruppe Musik, an einem symbolträchtigen Ort im Central Park in New York City. Kein Ort anderer Ort wäre für die Präsentation der Yehudi Menuhin Trophy 2022 wohl besser geeignet gewesen, als der Imagine-Circle, die Gedenkstätte für John Lennon.


Schönste Musikbriefmarke 2021: Die UNPA-Ausgabe zum 50-jährigen Jubiläum von John Lennon’s Friedenshymne „Imagine“, basierend auf dem ikonischen Foto von Bob Gruen (1974).

    

Marke des Monats: Oktober 2022

Chiquinha Gonzaga

Die brasilianische Pianistin und Komponistin Francisca Edwiges Neves Gonzages (Künstlername: „Chiquinha“) wurde am 17. Oktober 1847 in Rio de Janeiro geboren. Sie starb am 18. Februar 1935. Im Oktober 2022 jährt sich ihr Geburtstag zum 175. Mal.
 


Brasilien 26.4.1977
Als Tochter eines Marschalls und einer Mulattin erhielt Gonzaga eine gute Schulbildung und bekam schon früh Klavierunterricht. Mit 11 Jahren komponierte sie für eine Weihnachtsfeier ihr erstes eigenes Stück. Mit 16 Jahren heiratete sie gegen ihren Willen einen Beamten der kaiserlichen Marine, den sie 1870 jedoch verließ weil er ihr jegliche musikalische Aktivitäten außerhalb der Familie untersagte. Nachdem auch eine zweite Ehe scheiterte, entschied sich die 29-Jährige als alleinerziehende Mutter zu leben und als unabhängige Musikerin zu arbeiten. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Mitarbeiterin in einem Musikgeschäft wo sie den Kunden auch Klavierunterricht anbot. Nebenbei komponierte sie Polkas, Walzer und Tangos, die sie bei Bällen und Treffen von Choro-Musikern zu Gehör brachte. Dort lernte sie den Flötisten Joaquim Antônio da Silva Callado kennen und spielte bald als erste Frau in seiner Gruppe „O Choro do Callado“. Chiquinha Gonzaga gilt als erste Pianistin des Choro. Aus der Notwendigkeit, den Klaviersound an den populären Musikgeschmack anzupassen, gehört sie zu den ersten bedeutenden Komponisten der Choro-Musik. Ihr erster kommerzieller Erfolg war 1877 die Polka „Atraente“. Im Laufe der Jahre schrieb sie etwa zweitausend Kompositionen für unterschiedliche Formationen in Stilrichtungen wie Walzer, Polka, Fado, Quadrillen, Mazurkas, Brasilianischer Tango, Habanera, Choro, Marcha, Dobrado, Lundu, Maxixe und Modinha. 1885 hatte ihre erste Operette „A Corte na Roça“ in Rio de Janeiro Premiere. Der größte Erfolg ihrer 77 Bühnenwerke war 1911 die Operette „Forrobodó“, die nach der Premiere 1500 Mal en-suite gespielt wurde – ein bis heute in Brasilien nie wieder erreichter Rekord. Das letzte Werk der 87-jährigen Chiquinha Gonzaga war 1934 ihre erste Oper „Maria“.
Weniger bekannt ist, dass Chiquinha Gonzaga mit dem Lied „Abre Alas“ 1899 den ersten Karnevalshit der Welt komponierte und damit den Grundstein für die jährlichen Karnevals-Hymnen der Sambaschulen im Karneval von Rio legte. Der Text des Liedes „Abre Alas, que eu quero passar“ (Macht den Weg frei, ich will hier durch), kann fast auch als Gonzagas Lebensmotto angesehen werden, denn trotz ihrer Erfolge musste sie sich als öffentlich tätige Frau in der von Männern dominierten Gesellschaft des 19. Jahrhunderts immer wieder gegen Kritik und Anfeindungen erwehren.

 


Das Video zeigt die 1994 gegründete brasilianische Formation „Choronas“ mit der Polka „Atraente“ von Chiquinha Gonzaga bei einem Konzert im Teatro Anchieta do Sesc Consolação in São Paulo (28.11.2011).