Kategorie: Briefmarken

Yehudi-Menuhin-Trophy 2017 – Schönste Musikbriefmarke 2016

Der Gewinner: Jean Claverie / Frankreich






Jean Claverie wurde 1946 in Beaune, Côte d‘Or, geboren. Nach dem Studium an der „École nationale des Beaux-arts“ in Lyon und der „École des Arts Décoratifs“ in Genf arbeitete er zunächst in der Werbebranche. 1977 spezialisierte er sich auf die Illustration von Kinder- und Jugendbüchern und arbeitete hier mit zahlreichen namhaften Autoren zusammen. Einer seiner Kinderbuchhelden, „Little Lou“, ein kleiner farbiger Junge, der als Jazzpianist Karriere macht, inspirierte Jean Claverie zu einer Tournee und so gibt er mit seiner Band seit 2003 in ganz Frankreich Blues, Rhythm & Blues und Rock-Konzerte für Groß und Klein.
 



Philaposte, die Philatelie-Abteilung der französischen Post, kann sich in diesem Jahr über einen Doppelsieg freuen, denn auch auf dem zweiten Platz landete eine Briefmarke aus Frankreich. Christelle Guénot gestaltete im Rahmen des Markensets „L’Ouïe“ (Das Gehör), das am 30. Januar 2016 erschienen ist, eine wunderschöne Marke mit Musikinstrumenten, Blumen, Schmetterlingen und Vögeln.




Den dritten Platz belegt der Kleinbogen „Flamenco“, den die amerikanische Künstlerin Alison Seiffer zum
Welttanztag für die Postverwaltung der Vereinten Nationen in Wien gestaltet hat (Ersttag: 29.4.2016).

Hier finden Sie die Kandidaten für die schönste Musikbriefmarke 2016

Marke des Monats: September 2017



Israel 25.4.1995


Frankreich 27.4.1985
Darius Milhaud

Der französische Komponist Darius Milhaud wurde am 4. September 1892 in Marseille geboren, er starb am 22. Juni 1974 in Genf. Im September 2017 jährt sich sein Geburtstag zum 125. Mal.
Milhaud studierte am Pariser Konservatorium zunächst Violine und später Komposition. 1916 begleitete er seinen Freund Paul Claudel nach Rio de Janeiro wo er die brasilianische Folklore und Popularmusik kennenlernte, die seine Musik stark beeinflusste. Nach der Rückkehr nach Frankreich gehörte er zur „Groupe des Six“ um den Komponisten Eric Satie.
Milhaud komponierte mehr als 400 Werke aus allen bedeutenden Musikgattungen (Oper, sinfonische Musik, Konzerte, Kammer- und Vokalmusik, Lieder, Filmmusik). Zahlreiche seiner Werke zeigen Einflüsse des damals neu aufkommenden Jazz.
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegsleitete Milhaud in Oakland und später in Paris eine Kompositionsklasse. Zu seinen Schülern gehörten unter anderem Dave Brubeck, Karlheinz Stockhausen und Iannis Xenakis.
 



 
 
Das Video zeigt das Pianisten-Duo Víctor und Luis del Valle mit einem der bekanntesten Kammermusikwerke von Darius Milhaud: „Scaramouche“ in einer ungewöhnlichen Besetzung mit zwei Klavieren und Percussions.

Marke des Monats: August 2017




Umberto Giordano
Italien 28.8.1967

 
Der italienische Komponist Umberto Menotti Maria Giordano wurde am 28. August 1867 in Foggia geboren, er starb am 12. November 1948 in Mailand. Im August 2017 jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal.
Umberto Giordano studierte am Konservatorium von Neapel Klavier, Tonsatz, Instrumentation, Dirigieren und szenische Komposition. 1888 erregte er mit seiner ersten Oper „Mariana“ Aufsehen, als er als jüngster Teilnehmer bei einem Wettbewerb unter 73 Kandidaten den 6. Platz belegte. Mit seiner zweiten Oper „Mala vita“ schuf er 1891/92 eine der ersten Opern im Stil des Verismo. Obwohl Giordano auch lyrische und romantische Opern komponierte, war er vor allem mit seinen veristischen Opern erfolgreich. Mit seinen effektvollen Opern gilt Giordano deshalb neben Pietro Mascagni und Ruggiero Leoncavallo als der bedeutendste Vertreter des Verismo.
 



 
 
Das Video zeigt Anna Netrebko mit der Arie der Maddalena „La mamma morta“ aus der Oper „Andrea Chenier“ von Umberto Giordano.

Marke des Monats: Juli 2017

Astor Piazzolla
Argentinien 9.8.1997 / 11.11.2000






Der argentinische Komponist Astor Pantaleón Piazzolla wurde am 11. März 1921 in Mar del Plata geboren. Er starb am 4. Juli 1992 in Buenos Aires. 2017 jährt sich sein Todestag zum 25. Mal.
 
Astor Piazzolla wurde 1939 Mitglied in einem Tango-Orchester und nahm ab 1940 Kompositionsunterricht. Anfang der 50er Jahre erhielt er einige nationale Auszeichnungen für seine Orchester- und Kammermusikwerke und ein Stipendium zum Studium bei Nadia Boulanger in Paris. Danach gründete er sein eigenes Orchester und begann den Tango neu zu interpretieren. Er komponierte über 300 Tangos und Musik für fast 50 Filme. Viele seiner Tangos sind nicht mehr im traditionellen Sinne tanzbar, sondern Musik zum Zuhören. Sein „Tango Nuevo“ behält die Harmonie des Tangos bei, verbindet sie aber mit Elementen aus dem Jazz und der klassischen Musik.
 



 
 
Das Video zeigt eine Aufführung von Piazzollas Komposition „Libertango“ (1973) mit den „Russischen Philharmonikern“ am 30.9.2010 in Moskau.

Fête de la Musique 2017


Die 1982 erstmals in Frankreich durchgeführte „Fête de la Musique“ hat sich inzwischen zu einem weltweiten Musikfest entwickelt. Musiker, Chöre, Orchester, Bands und alle Organisationen die etwas mit Musik zu tun haben, sind aufgerufen, sich mit einer Aktion an diesem Tag zu beteiligen.







1998 erschien in Frankreich eine Briefmarke zur Fête de la Musique
 

Da Briefmarkensammler schlecht mit ihren Briefmarken auf die Straße gehen können, haben die Mitglieder der Motivgruppe Musik einen bunten Strauß von Marken zusammengestellt, zu dem Sie sich die jeweils zugehörige Musik anhören und ansehen können. Viel Spass !
 
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Marke des Monats: Juni 2017


Johann Wenzel Stamitz
Tschechoslowakei 12.5.1957

Der böhmischer Komponist und Violinist Johann Wenzel Stamitz wurde am 17. Juni 1717 in Deutschbrod geboren. Er starb am 30. März 1757 im Alter von nur 39 Jahren in Mannheim. 2017 jährt sich sein Geburtstag zum 300. Mal.
 
Johann Wenzel Stamitz studierte in Iglau und Prag und kam 1741 als reisender Geigenvirtuose nach Mannheim. Kurfürst Carl Theodor von der Pfalz engagierte ihn für sein Hoforchester und ernannte ihn 1743 zum Konzertmeister der Mannheimer Hofmusik und 1750 zum Hofmusikdirektor. Bereits 1747 begann Stamitz mit dem Aufbau der Violinklasse im Mannheimer Hoforchester. Er wird daher bis heute als Gründer der berühmten Mannheimer Schule angesehen, die großen Einfluss auf die Entwicklung der Konzertsinfonie und der Orchesterkultur in Europa hatte.



 



 
 
Das Video zeigt das Chamber Orchestra Seoul unter der Leitung von Charles Neidich mit einer Aufführung des Klarinetten Konzertes in B-Dur von Johann Stamitz. Solistin: Jaehee Choi.

Marke des Monats: Mai 2017


Ella Fitzgerald
Bulgarien April 2017

Ella Fitzgerald wurde am 25. April 1917 in Newport News, Virginia, geboren. Sie starb am 15. Juni 1996 in Beverly Hills, Kalifornien. Dieses Jahr wäre sie 100 Jahre alt geworden.
 
Ella Fitzgerald gab ihr Debüt als Sängerin mit siebzehn bei einem Talentwettbewerb im Apollo Theater in Harlem. Chick Webb engagierte sie 1935 für seine Big Band. 1941 begann sie ihre Solokarriere und entwickelte sich zu einer der größten Jazzsängerinnen.


Ihr Repertoire reichte von Swing über Bebop, Blues, Bossa Nova, Samba, Gospel und Hip-Hop bis zu verjazzten Weihnachtsliedern. Ihr Markenzeichen war der von ihr mitentwickelte Scatgesang. Bis heute unübertroffen ist die Leichtigkeit der Phrasierung und ihr beachtlicher Stimmumfang von drei Oktaven: beides erlaubte ihr, mit ihrer Stimme wie ein Jazz-Instrumentalist zu improvisieren. Zu Fitzgeralds besten Schallplatteneinspielungen zählen ihre Songbooks der wichtigsten amerikanischen Komponisten, denen sie damit Denkmäler setzte. Eine weitere bedeutende Einspielung ist die Gesamtaufnahme der Oper „Porgy and Bess“, die sie gemeinsam mit Louis Armstrong aufgenommen hat. Ella Fitzgerald gewann 13 Grammys und wurde 1987 mit der National Medal of Arts ausgezeichnet.
 



 
 
Das Video zeigt Ausschnitte einer Studio-Aufzeichnung des ZDF für die Sendung „Ella Fitzgerald – The First Lady of Jazz“ (1974).

Marke des Monats: April 2017


Scott Joplin
USA 9.7.1983

Scott Joplin wurde zwischen Juni 1867 und Januar 1868 bei Linden in Texas geboren. Er starb am 1. April 1917 in New York City. 2017 jährt sich sein Todestag zum 100. Mal.
 
 
Der amerikanische Komponist Scott Joplin spielte als Kind Violine und erhielt ab dem siebten Lebensjahr Klavierunterricht.Bereits als Fünfzehnjähriger war er als Kneipen-Pianist in Texas und Louisiana unterwegs. Eine Zeit lang lebte er in St. Louis, wo er in den Honky-Tonks und Saloons auftrat.


Ab 1895 entstanden die meisten seiner Kompositionen, die er für den Eigenbedarf sowie auch für seine Vokalgruppe „The Texas Medley Quartet“ komponierte. Neben rund 80 Rags komponierte er mehrere Bühnenwerke. Scott Joplin gilt als der „Vollender des Ragtime“, eines Jazzstils, der Elemente der romantischen Klaviermusik mit der afroamerikanischen Folklore verbindet.
 



 
 
Das Video zeigt die Jazzband „Tuba Skinny“ aus New Orleans mit dem „Maple Leaf Rag“ von Scott Joplin. Tuba Skinny hat sich seit 2009 aus einer losen Verbindung von Straßenmusikanten zu einer festen Band entwickelt, die sich dem traditionellen New Orleans Sound verschrieben hat.

Marke des Monats: März 2017


Zoltán Kodály
Ungarn 16.7.2007

Zoltán Kodály wurde am 16. Dezember 1882 in Kecskemét geboren. Er starb am 6. März 1967 in Budapest. 2017 jährt sich sein Todestag zum 50. Mal.



Der ungarische Komponist, Musikpädagoge und Musikethnologe Zoltán Kodály erlernte bereits früh das Violinspiel und studierte ab 1900 an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest Komposition. Ab 1907 unterrichtete er dort Musiktheorie und Komposition. Kodály beschäftigte sich mit grundlegenden Fragen der musikalischen Ausbildung und verfasste hierzu zahlreiche Bücher. Gemeinsam mit seinem Freund Béla Bartók sammelte er mehr als 3500 ungarische Volkslieder, die er wissenschaftlich untersuchte. Seit 1963 war Zoltán Kodály Präsident des International Folk Music Council (IFMC) und von 1961 bis 1967 Chefredakteur der Zeitschrift „Studia musicologica Academiae Scientiarum Hungaricae“.
 



 
 
Das Video zeigt das Rajkó Orchester mit einer Aufführung in der Synagoge in Budapest. Die Komposition „Tänze aus Galanta“ wurde von der Musik der Sinti und Roma inspiriert.