Kategorie: Briefmarken

Yehudi Menuhin Trophy 2020 – Schönste Musikbriefmarke 2019

Die Gewinnerin: Evangelina Raffaelli / Argentinien

   

„In einer Grafik kann das Wesen und die Kultur eines Landes verdichtet werden. Dies auf einem so kleinen Raum wie einer Briefmarke zu realisieren und auf diesem Weg die Geschichte eines Landes weltweit zu kommunizieren ist für mich immer wieder eine Herausforderung.“ So beschreibt Evangelina Raffaelli, die Gewinnerin der Yehudi-Menuhin-Trophy 2020 ihre Arbeit. „Durch die Themenvielfalt, die mir bei meiner Arbeit begegnet, empfinde ich das Entwerfen von Briefmarken als einen wahr gewordenen Traum.“
Evangelina Raffaelli wurde 1983 in Buenos Aires geboren und belegte schon früh Kurse im Malen und Zeichnen. Ab 2001 studierte sie Grafikdesign an der Fakultät für Architektur, Design und Städtebau der Universität Buenos Aires und wirkte dort dann sechs Jahre lang als Lehrerin im Bereich Grafikdesign. Bereits während ihrer Universitätsausbildung arbeitete sie in verschiedenen Werbeagenturen und Designstudios. Seit 2013 ist Evangelina Raffaelli Teil des Designteams der Philatelieabteilung bei Correo Argentino. Mehrere der von ihr seither gestalteten Briefmarken wurden bereits mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Aus dem Bereich der populären Musik gestaltete sie unter anderem die Ausgabe für den Liedermacher Gustavo Cerati (2015), 2018 die „Hommage an Astor Piazzolla“ sowie 2019 die Ausgaben „Hommage an Carlos Gardel“ und in Zusammenarbeit mit Sebastián Adano „Filatelia Argentina: Tango“. Bei der Wahl zur schönsten Musikbriefmarke 2019 belegte diese, von Correo Argentino am 26.8.2019 ausgegebene Briefmarke (Michel 3839) mit 222 Stimmen (6,87 %) den ersten Platz.


Zur Auswahl standen in diesem Jahr 66 Briefmarken von 44 Postverwaltungen. An der Wahl im Internet beteiligten sich Sammler aus 58 Ländern von allen 5 Kontinenten. Mit 197 Stimmen (6,10 %) belegt die Briefmarke zu Ehren der Stiftung chilenischer Kinder- und Jugendorchester (FOJI) den zweiten Platz. Die Stiftung unterhält 18 eigene Sinfonieorchester im ganzen Land und fördert die musikalische Entwicklung von mehr als 1000 jungen Musikern mit Stipendien. Die von Mauricio Navarro González gestaltete Briefmarke (Michel 2599) wurde am 12. Juli 2019 von Correos Chile herausgegeben.


Den dritten Platz erreichte die Sondermarke zum 130. Geburtstag des ukrainischen Schauspielers, Sängers und Songwriters Alexander Nikolajewitsch Wertinski (1889-1957), für die 180 Stimmen (5,57 %) eingegangen sind. Für die Gestaltung dieser Marke (Michel 1775), die am 21.3.2019 von Ukrposhta herausgegeben wurde, zeichnete Vasyl Vasylenko verantwortlich.

Hier finden Sie die Kandidaten für die schönste Musikbriefmarke 2019

Marke des Monats: August 2020

Pietro Mascagni

Der italienische Komponist Pietro Mascagni wurde am 7. Dezember 1863 in Livorno geboren. Er starb am 2. August 1945 in Rom. Im August 2020 jährt sich sein Todestag zum 75. Mal.
 
Das Musikstudium bei Amilcare Ponchielli brach Mascagni ab weil es ihm zu trocken war. Er schloss sich stattdessen zunächst einer

Uruguay 30.3.1995
fahrenden Operntruppe an und wurde 1885 Dirigent des städtischen Orchesters in Cerignola. Dieses Engagement ließ ihm genügend Zeit zur Komposition. Für seine erste große Oper „Guglielmo Ratcliff“ fand er 1888 aber kein Opernhaus, das das Werk aufführen wollte. 1889 nahm er mit „Cavalleria rusticana“ an einem Einakter-Opernwettbewerb des italienischen Musikverlegers Sonzogno teil. Die Oper erhielt den ersten Preis und wurde bei ihrer Uraufführung einer der größten Erfolge der Musikgeschichte. Mascagni wurde über Nacht zum Star der italienischen Opernszene und hatte mit den Tantiemen für „Cavalleria rusticana“ bis an sein Lebensende keine finanziellen Sorgen. Er komponierte mehrere weitere Opern, die von Kennern sehr geschätzt wurden und konnte 1895 auch „Guglielmo Ratcliff“ mit großem Erfolg uraufführen, für das breite Publikum und für die Nachwelt blieb „Cavalleria rusticana“ aber der unerreichte Geniestreich des Komponisten.
Mit seinen Opern ist Pietro Mascagni neben Ruggero Leoncavallo und Giacomo Puccini einer der wichtigsten Vertreter des Verismo.
 
Das Video zeigt Valery Gergiev und die Wiener Philharmoniker mit dem Intermezzo aus der Oper „Cavalleria rusticana“, aufgenommen bei einem Konzert während der Wiener Festwochen im Garten von Schloss Schönbrunn.
 


Marke des Monats: Juli 2020

Amália Rodrigues

Die portugiesische Sängerin Amália da Piedade Rebordão Rodrigues wurde am 23. Juli 1920 in Lissabon geboren. Sie starb 6. Oktober 1999 in ihrer Geburtsstadt. Im Juli 2020 jährt sich ihr Geburtstag zum 100. Mal.
 
Amália war eines von zehn Kindern eines armen Gemüsehändlers. Als junges Mädchen half sie beim beim Verkauf von Früchten in den Docks von Alcântara. 1939 begann ihre

Portugal 3.10.2011
Karriere als Fado-Sängerin im Nachtclub „Retiro da Severa“. 1944 und 1945 war sie auf Tournee in Brasilien, wo auch die ersten ihrer mehr als 170 Plattenaufnahmen stattfanden. Der internationale Durchbruch gelang ihr in den 1950er Jahren mit dem Lied „Coimbra“, das Raul Ferrao Ende der 1930er Jahre geschrieben hat. Das Lied wurde später unter dem Titel „April in Portugal“ ein Welterfolg. In den 1940er und 50er Jahren spielte Amália Rodrigues auch in etwa einem Dutzend Filmen mit.
Amália Rodrigues, die „Königin des Fados“, gilt als die bedeutendste Fado-Sängerin. Durch ihre weltweiten Tourneen und zahlreiche Fernsehauftritte in aller Welt prägte sie das internationale Image dieses Genres wie niemand anderes.

 
Das Video zeigt Amália Rodrigues bei ihrem letzten Konzert in Lissabon. Eine Woche vor ihrem Tod im September 1999 interpretierte sie nocheinmal das Lied „Coimbra“, mit dem ihr in den 1950er Jahren der internationale Durchbruch gelang.


In Memoriam: Vera Lynn („We’ll Meet Again“)

Am 18. Juni starb die britische Sängerin Dame Vera Lynn (bürgerlicher Name: Vera Margaret Welch) im Alter von 103 Jahren. Den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte Vera Lynn während des Zweiten Weltkriegs, als sie wegen ihrer Beliebtheit bei den britischen Truppen den Spitznamen „The Forces‘ Sweetheart“ bekam.
 

 
Aus Anlass des 100. Geburtstages gab Jersey Post sogenannte „Post and Go“ Labels in 6 Wertstufen mit dem Zudruck „We’ll meet again“ und symbolischen Noten heraus. Das Lied „We’ll Meet Again“ aus dem Jahr 1939 (Text/Musik Ross Parker und Hughie Charles) ist eines der bekanntesten Lieder der Sängerin und gehört im englischen Sprachraum zu den bekanntesten Liedern aus der Zeit des 2. Weltkriegs.
 
Weitere Details zur Sängerin auf Wikipedia>Wikipedia.
 

Marke des Monats: Juni 2020

Heino Eller

Der estnische Komponist und Musikpädagoge Heino Eller wurde am 7. März 1887 in Tartu geboren. Er starb vor 50 Jahren, am 16.Juni 1970 in Tallin.
 
Heino Eller erhielt schon als Kind Violinunterricht. Ab 1907 studierte er in Sankt Petersburg Violine, Komposition, Musiktheorie und Jura. Von 1920 bis 1940 unterrichtete er Komposition und Musiktheorie an der Höheren

Estland 7.3.2012
Musikschule in Tartu und prägte während dieser Zeit die sogenannte „Tartu Kompositionsschule“. Von 1940 bis zu seinem Tod war Heino Eller Dozent am Staatlichen Konservatorium in Tallinn, der heutigen Estnischen Musik- und Theaterakademie. Der Schwerpunkt von Ellers kompositorischer Tätigkeit lag auf der Instrumentalmusik. Er gilt als Mitbegründer der estnischen Sinfonie- und Kammermusik. In seinem Werk ließ er sich sowohl von traditionellen estnischen

 

Sowjetunion 7.3.1987

Volksweisen als auch vom Impressionismus, Expressionismus und anderen Musikströmungen des 20. Jahrhunderts inspirieren. Einfluss auf sein Werk hatten auch Frédéric Chopin, Edvard Grieg und Jean Sibelius. Ellers Gesamtwerk umfasst drei Sinfonien, mehrere sinfonische Stücke, ein Violinkonzert, fünf Streichquartette, vier Klaviersonaten, zwei Violinsonaten und über 200 kleinere Stücke.

 
Das Video zeigt das Estonian National Symphony Orchestra unter der Leitung von Risto Joost mit Heino Ellers Orchesterstück „Kodumaine viis“ (Heimatmelodie). Solistin: Age Juurikas (Klavier). Aufgenommen beim Laulupidu (Liederfest) 2019 in Tallinn.


Marke des Monats: Mai 2020

Gabriel Fauré

Der französische Komponist Gabriel Fauré wurde am 12. Mai 1845 in Pamiers geboren. Er starb am 4. November 1924 in Paris. Im Mai 2020 jährt sich sein Geburtstag zum 175. Mal.
 
Als Sohn eines Schulleiters erhielt Fauré schon früh Musikunterricht und wurde bereits im Alter von neun Jahren in die Schule für Kirchenmusik in Paris aufgenommen.

Frankreich 25.6.1966
Ab 1861 wurde er von dem 10 Jahre älteren Camille Saint-Saëns unterrichtet, mit dem er zeitlebens befreundet blieb. 1870 bekam er eine Organistenstelle in Paris und war 1871 eines der Gründungsmitglieder der Société Nationale de Musique. Er gab Klavierunterricht, arbeitete mit mehreren Chören und glänzte abends als Klavier-Improvisator in den Pariser Salons. 1892 wurde er zum „Inspektor für Musikunterricht“ ernannt und 1896 wurde er sowohl Titularorganist der großen Orgel an der Madeleine als auch Professur für Komposition am Pariser Konservatorium, dem er von 1905 bis 1920 als Direktor vorstand. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Nadia Boulanger, George Enescu und Maurice Ravel.
Als Komponist schuf Gabriel Fauré vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Einer seiner größten Erfolge war die Oper Pénélope, die am 9. Mai 1913 im Rahmen der Eröffnung des Théâtre des Champs-Élysées uraufgeführt wurde.

 
Das Video zeigt Gabriel Faurés „Pavane“ op. 50 arrangiert für die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker von Wilhelm Kaiser-Lindemann.


Marke des Monats: April 2020

Franz Lehár

Der österreichisch-ungarische Komponist Franz Lehár wurde am 30. April 1870 in Komorn geboren. Er starb am 24. Oktober 1948 in Bad Ischl. Im April 2020 jährt sich sein Geburtstag zum 150. Mal.

Ungarn 30.4.1970

Als Sohn eines Militär-Kapellmeisters zeigte Lehár schon früh musikalisches Talent. Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte er ab 1882 am Prager Konservatorium Violine, Musiktheorie und Komposition unter anderem bei Josef Foerster, Antonín Dvořák und Zdeněk Fibich. Seine musikalische Laufbahn begann als Orchestermusiker in Barmen und Elberfeld. Danach war er als Militär-Kapellmeister der k.u.k. Armee unter anderem in Triest, Budapest und Wien stationiert. Dank einiger großer Erfolge konnte er aber bald ausschließlich von seinem kompositorischen Schaffen leben.
Franz Lehár komponierte einige Vokalwerke, Orchesterwerke, Walzer und sogar einige Opern. Sein Hauptaugenmerk galt jedoch der Operette. Zusammen mit Oscar Straus, Emmerich Kálmán und Leo Fall gehört Lehár zu den Begründern der sogenannten „Silbernen Operettenära“. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die Lustige Witwe“, „Der Graf von Luxemburg“, „Zigeunerliebe“, „Der Zarewitsch“ und „Guiditta“.

 
Das Video zeigt Jonas Kaufmann und das Orchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Michael Guttler mit der Arie „Freunde das Leben ist lebenswert“ aus der Operette „Guiditta“. Die Anfangsnoten der Arie sind auch auf der Marke aus Ungarn abgebildet und die positive Aussage des Textes hat auch in diesen Zeiten der Corona-Krise nicht an Gültigkeit verloren.


In memoriam: Krzysztof Penderecki


Am 29. März 2020 starb in Krakau der polnische Komponist und Dirigent Krzysztof Penderecki im Alter von 86 Jahren. Penderecki wurde am 23. November 1933 in Debica geboren. Er erhielt Violin- und Klavierunterricht und studierte später in Krakau Komposition, Philosophie sowie Kunst- und Literaturgeschichte. 1958 übernahm er eine Professur für Komposition an der Musikakademie Krakau, deren Direktor er von 1972 bis 1987 war. 1988 wurde er zum ersten Gastdirigenten des NDR-Sinfonieorchesters in Hamburg gewählt.
Penderecki komponierte einige Opern sowie zahlreiche Orchester- und Vokalwerke. Aufsehen erregte er mit seinen Klangkompositionen, von denen viele in Filmen verwendet wurden. Außerdem schuf er einige Original Filmmusiken.


Polen 23.11.2013

Penderecki gilt als einer der führenden Komponisten der polnischen Avantgarde und wurde gelegentlich auch als „spätmoderner Klassiker“ bezeichnet. Er war einer der wenigen zeitgenössischen Komponisten der Avantgarde, denen der Durchbruch zu einer breiten Öffentlichkeit gelang.

 
Das Video zeigt das Korean Chamber Orchestra unter der Leitung von Krzysztof Penderecki mit Pendereckis Violin Konzert No.2 „Metamorphosen“. Solistin: Juyoung Baek(Violine)

Polen 11.11.2001

 

Coro virtuale „Va pensiero“

Für alle „Gefangenen“ – überall auf der Welt

Die kritische Situation, in der wir uns befinden, hat das tägliche Leben von uns allen grundlegend verändert. Wir sind gezwungen, zu Hause zu bleiben, um dem virologischen Notfall entgegenzuwirken. Auch die Welt des Theaters und der Musik ist betroffen: Musiker, Sänger, Dirigenten müssen Aufführungen und Konzerte abzusagen. Obwohl die Situation für viele Beteiligte existenzbedrohend ist, hat der Internationale Opernchor seine Aktivitäten eingestellt und öffnet statt dessen die Türen zu einem virtuellen Proberaum, den jeder von uns mit den verfügbaren Mitteln erreichen kann um weiterhin Musik zu hören und zu fühlen.