Kategorie: Musik

Marke des Monats: November 2019

Hans Sachs

Der Nürnberger Schuhmacher, Spruchdichter und Meistersinger Hans Sachs wurde am 5. November 1494 in Nürnberg geboren. Er starb am 19. Januar 1576 in seiner Geburtsstadt. Im November 2019 gedenken wir seines 525. Geburtstages.
 
Hans Sachs machte nach dem Besuch einer Lateinschule eine Schuhmacherlehre. Während seiner fünf Jahre dauernden Gesellenwanderung diente er vorübergehend am Hof Kaiser Maximilians I. in Innsbruck, wo er sich zum Studium des Meistersangs entschlossen hat. Er nahm Unterricht bei Meister Lienhard in München und ließ sich 1516 in Nürnberg nieder. 1520 wurde er Schuhmachermeister und aktives Zunftmitglied der Meistersinger.
Hans Sachs stellte sich schon früh auf die Seite der Reformation und verbreitete in seinen Gedichten auch die Lehre Martin Luthers. Mit diesen volkstümlichen Darstellungen erlangte er ersten Ruhm. In der Folge schrieb Hans Sachs mehr als 6000 Werke, viele davon in Knittelversen. Schon zu Lebzeiten war Hans Sachs ein viel gelesener Autor und wurde so zu einem der bekanntesten Dichter des 16. Jahrhunderts.

Deutschland 13.10.1994
 
Von den Kompositionen des Hans Sachs blieben nur wenige erhalten. Bekannt ist vor allem die „Silberweise“, die auch in die Choräle „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ und „Ein feste Burg ist unser Gott“ Eingang gefunden hat. Die strengen Regeln und die fast handwerkliche Produktion von Dichtung im Meistergesang fanden bei späteren Generationen allerdings nicht viel Anklang.
Dass Hans Sachs heute der bekannteste Meistersinger ist, verdankt er zum Teil wohl auch dem Werk Richard Wagners, der ihm in den „Meistersingern von Nürnberg“ ein Denkmal setzte.
 

 
Das Video zeigt das Finale der Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. James Morris singt die Rolle des Hans Sachs in einer Aufführung der Metropolitan Opera New York aus dem Jahr 2001.




In memoriam: Jessye Norman


St. Vincent & The Grenadines 5.11.1997

Am 30. September 2019 starb die amerikanische Opernsängerin Jessye Norman im Alter von 74 Jahren. Sie studierte Musik an der Howard University in Washington D.C, das sie 1967 mit einem Bachelor abschloss. 1968 gewann sie den ersten Preis beim internationalen Musikwettbewerb der ARD in München und debütierte daraufhin 1969 an der Deutschen Oper Berlin als Elisabeth in Richard Wagners Tannhäuser. Nach vier Jahren in Berlin trat sie mit verschiedenen Ensembles auf und gastierte unter anderem an der Mailänder Scala und am Royal Opera House Covent Garden in London. Mitte der 1970er Jahre konzentrierte sie sich vor allem auf das klassische Lied-Repertoire und gab Liederabende unter anderem bei den Salzburger Festspielen. In den 1980er und 1990er Jahren war sie an allen großen Opern- und Konzerthäusern zu hören. Opern und Lieder der Romantik bildeten zwar einen Schwerpunkt ihres Repertoires, Jessye Norman machte sich aber auch als Interpretin von Spirituals und Jazz einen Namen. Sie erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen, darunter auch fünf Grammys.
 

Das Video zeigt Jessye Norman mit dem letzten der „Fünf Rückert-Lieder“ von Gustav Mahler: „Ich bin der Welt abhanden gekommen“. Aufgenommen mit den New Yorker Philharmonikern unter der Leitung von Zubun Mehta 1989.

Marke des Monats: Oktober 2019

Johan Helmich Roman


Schweden 26.8.1994
 
Der schwedische Komponist Johan Helmich Roman wurde am 26. Oktober 1694 in Stockholm geboren. Er starb am 20. November 1758 in der Nähe von Kalmar. Im Oktober 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 325. Mal.
 
Johan Helmich Roman wurde als 15-Jähriger Mitglied der königlich schwedischen Hofkapelle, in der auch sein Vater spielte. Er war ein virtuoser Violinist und Oboist. Bei einem Studienaufenthalt in England begegnete er unter anderem Georg Friedrich Händel. 1721 wurde er Vizekapellmeister und ab 1727 Erster Hofkapellmeister der schwedischen Hofkapelle. Er machte sich um die Nachwuchsarbeit verdient und arrangierte die ersten öffentlichen Konzerte in Stockholm.
Als Komponist bevorzugte Roman den Stil der leichten italienischen Barockmusik. Sein Werk umfasst Suiten, Solokonzerte, Sinfonien sowie Kammer- und Kirchenmusik. Sein bekanntestes Werk ist die „Drottningholmsmusik“, eine Suite in 24 Sätzen, die er 1744 anlässlich der Eheschließung des schwedischen Thronfolgers Adolf Fredrik mit der Louise Ulrike, der Schwester Friedrichs des II. von Preußen, komponierte.
 
Das Video zeigt den Satz 20 (Allegro) der „Drottningholmsmusik“. Es spielt das schwedische “Nationalmusei Kammarorkester“ unter der Leitung von Claude Génetay im Reichsaal von Schloss Drottningholm.


Marke des Monats: September 2019


Deutschland 5.9.2019
 
Clara Schumann

Die deutsche Pianistin und Komponistin Clara Schumann ( geb. Wieck) wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren. Sie starb am 20. Mai 1896 in Frankfurt am Main. Im September 2019 jährt sich ihr Geburtstag zum 200.Mal.
 
Der Musikpädagoge Friedrich Wieck setzte seine ganze Energie daran, seine Tochter zur Pianistin auszubilden. Er sorgte auch für Improvisations- und Kompositionsunterricht, was damals für Frauen eine große Seltenheit war. Clara machte daher nicht nur als geniale Pianistin, sondern auch als Komponistin rasch von sich reden. Reisen durch Europa festigten ihren Ruhm.
Claras Vater war entsetzt über ihren Entschluss, den labilen, finanziell ungesicherten Komponisten Robert Schumann zu heiraten, so dass sie die Eheschließung gerichtlich erkämpfen musste. Innerhalb von 13 Jahren gebar sie neun Kinder. Zwischendurch konzertierte sie so oft wie möglich. Ihr Mann kam nach ersten Krankheitssymptomen 1854 in eine Heilanstalt, wo er 1856 starb. Clara Schumann war eng mit Johannes Brahms befreundet und konzertierte häufig mit ihm und dem Geiger Joseph Joachim. In späteren Jahren lehrte sie am Konservatorium in Frankfurt/Main.
Clara Schumanns Kompositionen dienten zunächst vor allem für ihre eigenen Auftritte und zeigen die fortschreitenden virtuosen Möglichkeiten der Pianistin. Clara Schumann komponierte 23 Werke mit Opus-Zahlen sowie zahlreiche Lieder, Romanzen, Ouvertüren und Klavierstücke. Darüber hinaus bearbeitete sie mehrere Werke ihres Mannes Robert Schumann. Als Höhepunkt ihres Schaffens gilt das Klaviertrio op.17. Das mit 14 Jahren geschriebene Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 7, das sich an keines der ihr bekannten Klavierkonzerte formal anlehnt, löst noch heute Bewunderung aus.
 
Das Video zeigt einen Live-Mittschnitt des Klavierkonzertes Nr. 1, op. 7 von Clara Schumann. Es spielt das Orchester Collegia-Musica-Chiemgau unter der Leitung von Elke Burkert. Solisten: Christoph Declara (Klavier) und Martin Weikert (Cello), aufgenommen am 31.1.2015 im
Herkulessaal der Münchner Residenz.





Vor 50 Jahren …

Am 14. August 1969 startete in den deutschen Kinos der Film „Spiel mir das Lied vom Tod“,
zu der Ennio Moriccone eine der bekanntesten Filmmusiken komponiert hat.


Italien 6.9.2018


Die Musik ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal in dem 1968 von Sergio Leone gedrehten Italo-Western „Spiel mir das Lied vom Tod“ (Originaltitel: C’era una volta il West; englischer Titel: Once Upon a Time in the West). Die Musik hatte Ennio Moricone bereits vor dem Beginn der Dreharbeiten fertiggestellt. Sergio Leone inszenierte danach ganze Passagen des Film zum Rhythmus der Musik. Die geradezu opernhafte Musik war damals für eine Filmmusik und vor allem für das Western-Genre vollkommen unüblich. Jeder Hauptcharakter hat ein eigenes musikalisches Thema, das als Leitmotiv immer wieder aufgegriffen wird. Die klagende Mundharmonika (im Original gespielt von Franco de Gemini) ist der Schlüssel zum Verständnis der Handlung, der aber erst am Filmende präsentiert wird. Besonders überzeugend sind auch die wortlosen Vocals der italienischen Sängerin Edda Dell’Orso für die weibliche Hauptrolle.

Marke des Monats: August 2019


Paraguay 5.8.1994
 
Agustín Pío Barrios

Der paraguayische Komponist Agustín Pío Barrios wurde am 5. Mai 1885 in San Juan Bautista de las Misiones geboren. Er starb ab 7. August 1944 in San Salvador. Im August 2019 jährt sich sein Todestag zum 75. Mal.
Barrios wurde am Instituto Paraguayo in Asunción ausgebildet. Er trat schon als Jugendlicher asl Gitarrist auf und schrieb Klavierstücke von Bach und Beethoven für Gitarre um. 1910 unternahm er eine Konzertreise nach Argentinien, die ein so großer Erfolg wurde, dass er in den nächsten zwei Jahrzehnten fast alle Länder Süd- und Mittelamerikas bereiste und dort konzertierte. In den 1920er Jahren wandte er sich verstärkt der Kultur seiner Heimat zu und brachte bei seinen Konzerten neben Transkriptionen für Gitarre von Bach und anderen europäischen Komponisten auch eigene Kompositionen mit indianischen Einflüssen zu Gehör.
Agustín Pío Barrios gilt als einer der ersten Gitarrenvirtuosen in Südamerika. Vermutlich war er der erste klassische Gitarrist, der eigene Platten aufgenommen hat und der erste Gitarrist, der eine komplette Bach-Lautensuite mit der Gitarre bei einem öffentlichen Konzert spielte. Barrios komponierte rund 300eigene Werke. Sie gelten als innovativ in Hinblick auf ihre Ausdruckskraft und ihre romantische Harmoniegebung und schöpfen das gesamte Potential der Gitarre aus. Unter Gitarristen haben die Werke Barrios‘ eine ähnliche Bedeutung wie die Werke Chopins für die Pianisten.
 
Das Video zeigt die kroatische Gitarristin Ana Vidović (*1980) mit einem Satz aus der Komposition „La Catedral“ von Agustín Pío Barrios.


Marke des Monats: Juli 2019


Israel 1.5.2019
 

 
Hava Nagila (deutsch: „Lasst uns fröhlich sein“) ist ein israelisches Volkslied, das zu jüdischen Festen gesungen wird. Die Melodie basiert auf einem chassidischen Nigun, einer religiösen Melodie, die meist ohne Text gesungen wurde. Als 1915 in Palästina das Hebräische als gesprochene Sprache wiederbelebt wurde begann Abraham Zevi Idelsohn (1882–1938), Professor an der Hebräischen Universität, alle bekannten jüdischen Kompositionen zu katalogisieren. Die Melodie wird den Sadigurer Chasidim zugeschrieben, die in der heutigen Ukraine lebten. Der spätere Kantor Moshe Nathanson (1899-1981), ein Schüler von Professor Idelsohn, wurde beauftragt, einen Text für die Melodie zu schreiben um daraus ein modernes hebräisches Lied zu gestalten. Getanzt wird das Lied meist als Kreistanz (Hora) mit beliebig vielen Personen.

Marke des Monats: Juni 2019


Monaco 20.6.2019
 
Jacques Offenbach

Der deutsch-französische Komponist Jakob „Jacques“ Offenbach wurde am 20. Juni 1819 in Köln geboren. Er starb am 5. Oktober 1880 in Paris. Im Juni 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.
Offenbach erhielt seinen ersten Cello- und Violinunterricht von seinem Vater. Ab 1830 trat er in Köln zusammen mit zwei seiner Geschwister als Trio auf, um Geld für den Musikunterricht zu verdienen. 1833 schrieb er sich in die Celloklasse von Olive-Charlier Vaslin am Pariser Conservatoire national de Musique ein. 1835 begann er als Cellist bei der Opéra-Comique und erhielt ab 1837 Kompositionsunterricht bei Jacques Fromental Halévy.
Offenbach komponierte zunächst kleinere Romanzen, Walzer und Salonstücke. 1849 bekam er eine Stelle als Kapellmeister am Pariser Théâtre-Français. Nebenbei machte er sich einen Namen als hervorragender Cello-Virtuose und spielte unter anderem mit Anton Rubinstein, Franz Liszt und Felix Mendelssohn Bartholdy. 1855 eröffnete Offenbach anlässlich der Weltausstellung in Paris sein eigenes Theater, in dem er mehrere seiner Operetten uraufführte.
Offenbach komponierte 75 Werke für Violoncello und 102 Bühnenwerke. Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die schöne Helena“, „Blaubart“, „Pariser Leben“ und „Orpheus in der Unterwelt“ mit dem berühmten „Cancan“. In seinen Werken verband er schwungvolle, eingängige Musik mit einer satirisch-hintergründigen Handlung mit Anspielungen auf die Sitten, Personen und Ereignisse seiner Zeit.
Ab 1877 konzentrierte er sich auf die Komposition seines letzten Werkes „Hoffmanns Erzählungen“, deren Uraufführung am 10. Februar 1881 in der Opéra-Comique er leider nicht mehr erleben konnte.
 
Das Video zeigt Anna Netrebko und Elīna Garanča mit der „Barcarole“ aus Offenbachs “Hoffmanns Erzählungen”.
Es spielt das Philharmonische Orchester Prag unter der Leitung von Emmanuel Villaume.
 


Frankreich 14.2.1981


Benin 15.12.1980

Benin 15.12.1980

Benin 2000

Kongo 5.7.1980

Monaco 12.11.1979

Tschad 2000

Gabun 14.4.1980

In memoriam: Doris Day





Am 13. Mai 2019 starb die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Doris Day im Alter von 97 Jahren. Am 3. April 1922 in Cincinnati geboren, trat sie zunächst als Sängerin verschiedener Big Bands auf. Ihren Durchbruch schaffte sie 1944 mit dem Nummer-eins-Hit „Sentimental Journey“. 1947 gelang ihr der Sprung nach Hollywood, wo sie in den 1950er und frühen 1960er Jahren in einer Reihe von Musicals und Musikfilmen zu sehen war. Im Laufe ihrer Karriere konnte Doris Day mehr als 50 Hits in den Charts platzieren, darunter so bekannte Songs wie „Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be)“ und „Fly me to the Moon“. Mehrfach arbeitete sie als Sängerin zusammen mit Frank Sinatra, Dinah Shore, Harry James und Frankie Lee.
 

Marke des Monats: Mai 2019


Rumänien 28.3.1985
 
Stanisław Moniuszko

Der polnische Komponist, Dirigent und Musikpädagoge Stanisław Moniuszko Herb Krzywda wurde am 5. Mai 1819 in Ubiel bei Minsk (heute Weißrussland) geboren. Er starb am 4. Juni 1872 in Warschau. Im Mai 2019 jährt sich sein Geburtstag zum 200. Mal.
 
Moniuszkos Familie gehörte zum verarmten polnischen Landadel und lebte ab 1827 in Warschau. Ab 1937 studierte er für drei Jahre in Berlin und verdiente sich dann als Organist und Klavierlehrer in Vilnius seinen Lebensunterhalt.

1847 wurde an der Warschauer Staatoper die erste Fassung seiner Oper „Halka“ aufgeführt, die wegen ihrer scharfen Sozialkritik aber sofort nach der Uraufführung verboten wurde. Erst 11 Jahre später, am 1. Januar 1858 folgte die zweite Aufführung, die zu einem überwältigenden Erfolg wurde und als Geburtsstunde der polnischen Nationaloper gilt. Auf zwei Reisen durch Europa knüpfte Moniuszko Kontakte zu Liszt, Smetana, Gounod und Rossini. Nach seiner Rückkehr wurde ihm das Amt des Leiters der Warschauer Oper angeboten, das er bis an sein Lebensende ausübte.
Moniuszkos Schaffen umfasst neben 24 Opern und Operetten ungefähr 300 Lieder, die in ihrer Schlichtheit seine Volksnähe und seine Fähigkeit zur musikalischen Lyrik dokumentieren.

Polen 15.11.1972


Das Video zeigt das Orchester der staatlichen Musikschule in Żagań unter der Leitung von Ivan Moroz mit der Mazurka aus der Oper „Halka“ von Stanisław Moniuszko.